Schloss Favorite Rastatt, Skulptur im Gartensaal

Ein Rückzugsort für die MarkgräfinDas barockeLustschloss

Schloss Favorite Rastatt wurde als Lustschloss für Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden erbaut. Viele Herrscher ließen sich im 18. Jahrhundert eine solche „Maison de plaisance“ errichten – als privater Ort zum Feiern. Die architektonischen Ideen dafür kamen aus Frankreich.

Schloss Favorite Rastatt, See im Schlossgarten

Abseits der Residenz im Grünen gelegen.

CHARMANTES AUSFLUGSZIEL

Das Hofzeremoniell und die repräsentativen Pflichten des Herrschers spielten in der Residenz eine große Rolle. Das Lustschloss bot dagegen Privatheit und eine gewisse Freiheit: Hierhin konnte sich ein Herrscher, abseits seiner offiziellen Residenz, zurückziehen. Das Hofzeremoniell war gelockert und oft war nur ein ausgewählter Kreis als Gäste geladen. Ein fürstliches Lustschloss war nicht ständig bewohnt, sondern wurde von der Residenz aus als Ausflugsziel besucht. Meist gab es im Sommer kleinere Feste und Diners, Konzerte oder Jagden.

Jacques-François Blondel, um 1760

Von Blondel stammt das Werk über Lustschlösser.

VORBILDER AUS FRANKREICH

Lustschlösser zeichneten sich durch eine besonders reichhaltige Ausstattung aus. Zugleich wurden die einzelnen Räume intimer und bequemer. Wie so vieles im 18. Jahrhundert wurde die Bauform der eleganten „Maison de plaisance“ in Frankreich entwickelt. Das Architekturtraktat des französischen Architekten Jacques-François Blondel (1705–1774), ein lehrhaftes Standardwerk über die französische Architektur, lieferte die Vorlagen. Blondel gilt als einer der bedeutendsten Architekturlehrer Frankreichs, der seine Ideen an der von ihm gegründeten Architekturschule École des Arts weitergab. Zu seinen Schülern zählten Philippe de La Guêpière, Pierre Michel d’Ixnard und Nicolas de Pigage, die später die Architekturlandschaft im deutschen Südwesten wesentlich prägten.

Lustschloss Favorite
Schloss Solitude
Schloss Favorite Ludwigsburg

Lustschlösser im deutschen Südwesten: Schloss Favorite in Rastatt, Schloss Solitude bei Stuttgart und Schloss Favorite in Ludwigsburg.

Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden

Die Bauherrin Markgräfin Sibylla Augusta.

kostbares Gehäuse für die Sammelleidenschaft der Markgräfin

Die Bauherrin von Schloss Favorite, Markgräfin Sibylla Augusta, ist bekannt als umsichtige Herrscherin, fromm und pflichtbewusst, strategisch planend und so haushälterisch, dass sie die von den vielen Kriegen verwüstete Markgrafschaft am Ende ihres Lebens saniert und finanziell stabil hinterlassen konnte. Ganz anders aber präsentiert sie sich in Schloss Favorite, ihrem Lustschloss. Es war ganz auf die Leidenschaften der Fürstin ausgerichtet: als kostbares Gehäuse für ihre Sammelleidenschaft, als Rahmen für ihre Feste und als Schauplatz ihrer Passion für die Jagd.

Planungsentwurf Schloss Favorite Rastatt

Der Entwurf des Hofbaumeisters Johann Michael Ludwig Rohrer für Schloss Favorite.

Ein Lustschloss in Rastatt

Schloss Favorite wurde von 1710 bis 1730 von Johann Michael Ludwig Rohrer erbaut. Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden war die Bauherrin dieses Projekts. In enger Zusammenarbeit mit ihrem Hofbaumeister brachte sie viele eigene Ideen ein. Das Schloss enthielt nicht nur den Gartensaal für Festivitäten und Appartements in der Beletage für sich und ihren Sohn. Fast genauso wichtig war der Markgräfin die Möglichkeit, ihre kostbaren Sammlungen – beispielsweise im Spiegelkabinett – zu präsentieren.

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Liebe. Lust. Leidenschaft.