Das „Porzellanschloss“ von europäischem Rang
Schloss Favorite Rastatt
Die Herdstelle in der Schauküche von Schloss Favorite Rastatt

Herdstelle ohne FeuerDie Schauküche

Der Wunsch nach Repräsentation bestimmte das ganze Schloss – und machte auch vor den schlichten Räumen im Erdgeschoss nicht halt. Die Schauküche war daher, wie der Name schon sagt, nur „Schau“. Sie ist eine der wenigen Räume dieser Art, die sich erhalten haben.

Schauküche von Schloss Favorite Rastatt

Die Herdstelle in der Schauküche.

Symbol für die gute Hausfrau

Dampfende Töpfe, Feuer und Ruß gab es hier nie. In der Schauküche wurde nicht gekocht, sondern gezeigt, was die stolze Hausherrin besaß. Zwischen Prunkküche, Porzellanküche und Porzellankabinett wurde um 1700 noch nicht scharf unterschieden. Alle drei Raumtypen dienten dazu, kostbare Porzellane und Geschirre zu zeigen. Die Prunkküche bildete sich in Holland aus und wurde als Repräsentationsraum von protestantischen Fürstinnen übernommen. In der Favorite lag die Nutzküche unter dem Appartement des Sohnes, während die Prunkküche – wie stets – den Räumen der Fürstin zugeordnet war.

Geschirr in der Schauküche

In der Schauküche sind Fayencen von bedeutenden Manufakturen zu sehen. Die umfangreichen Serien geben einen guten Eindruck von der Vielfalt unterschiedlicher Geschirrformen. Aus der Fayencemanufaktur in Hanau sind zahlreiche Teller und Platten, Pastetenschüsseln, Rahmtöpfe und Krüge erhalten. Kleine sternförmige Platten sowie Obelisken und Zwergenfiguren – Schmuck für festliche Tafeln – kamen aus der Manufaktur Ansbach.

Krüge in der Schauküche von Schloss Favorite Rastatt
Kasserollen (Schmortöpfe) in der Schauküche von Schloss Favorite Rastatt
Schauregal in der Schauküche von Schloss Favorite Rastatt

Zur Begutachtung kunstvoll aufgereiht: Blitzendes Kupfergeschirr und ein vielfältiges, sorgsam aufgereihtes Sortiment an Geschirr dienten dazu, Tugenden wie Sauberkeit, Ordnung und Fleiß zu verkörpern und Wohlstand zu zeigen.

Präsentation von Keramik

Auch das „Kuchelgewölb“ – so bezeichnete man damals die an die Schauküche angrenzenden Räume – diente der Präsentation von Fayencen und Steingut. So führte Sibylla Augusta ihre Gäste nicht nur in der Beletage, sondern auch in den Räumen des Erdgeschosses herum. Heute wird hier die Fayence-Sammlung präsentiert.

Achten Sie im heutigen Eingangsbereich des Schlosses auf die zweite Herdstelle. Dort befand sich die Nutzküche, hier wurde tatsächlich gekocht!

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