Das „Porzellanschloss“ von europäischem Rang

Schloss Favorite Rastatt

Ansicht des Garten von Schloss Favorite Rastatt; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele
Geschichte mitten im Grünen

Der Garten

Ideal für den perfekten Sonntagsausflug: Schloss Favorite Rastatt liegt inmitten eines idyllischen Schlossgartens. Die klare Struktur des barocken Lustgartens wich im späten 18. Jahrhundert einem natürlicher wirkenden Landschaftsbild – der Landschaftsgarten entstand.

Luftaufnahme von Schloss Favorite Rastatt mit Schlossgarten; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Das barocke Parterre, gerahmt von den langen Orangeriegebäuden.

Der barocke Lustgarten

Um 1710 legte man den Fasanengarten sowie einen Lustgarten auf beiden Seiten des Schlosses an. Michael Ludwig Rohrer und Franz Pfleger entwarfen die Pläne dafür. Bis in die 1720er-Jahre entstanden die Orangerien, zwei lang gestreckte Bassins und rahmende Parterres mit ornamental gestalteten Beeten. Als „Einsiedelei“ baute Rohrer die Eremitage. Ein Wall mit Graben und bastionsartigen Ausbuchtungen grenzte den Garten zur umgebenden Landschaft ab, ähnlich wie in Schloss Schlackenwerth, der böhmischen Heimat Sibylla Augustas.

Schloss Favorite Rastatt; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Christoph Hermann

Blick auf das symmetrisch gegliederte Schloss.

Der Gartenarchitekt Johann Michael Schweyckert

Seitdem Markgraf Ludwig Georg regierte, wurde der Garten vernachlässigt. Erst 1788 bekam der Karlsruher Hofgärtner Johann Michael Schweyckert (1754–1806) den Auftrag, den Favoriter Garten im englischen Stil zu gestalten. Dazu hatte er sich in Frankreich und England umfassend mit Botanik, Obstbaumkultur und Gartenkunst beschäftigt, unter anderem im Königlichen Botanischen Garten von Kew. Sein Auftraggeber war Markgraf Karl Friedrich aus der Linie Baden-Durlach, seit 1771 Landesherr der einst baden-badischen Gebiete.

Der Englische Landschaftsgarten von Schweyckert

Schweyckerts Umgestaltung des Geländes zu einem Englischen Landschaftsgarten dauerte bis 1806. Die Bassins vor und hinter dem Schloss verschwanden. Die natürlich wirkende Gestalt des Gartens „komponierte“ er mit gewundenen Wegen, Büschen und Baumgruppen und einem romantischen Weiher. Der Karlsruher Gartendirektor Carl Christian Gmelin lobte Schweyckert 1809: „Wer Schweyckert … kannte, wird gewiß mit mir ausrufen: Es giebt viele Gärtner, Garten-Inspectoren und Directoren, aber für Baden und ganz Deutschland nur einen Schweyckert!“

Schlossgarten von Schloss Favorite Rastatt; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele
Detail des Schlossgartens von Schloss Favorite;  Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Die geschickt angelegte Gartenkomposition mit ihren Wegen und Weihern hält zahllose romantische Orte bereit.

Kostümierte im Garten von Schloss Favorite; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Niels Schubert

Der Schlossgarten lädt ein zum Flanieren.

Die Pflege des Gartens heute

Der Garten gehört als historisches Zeugnis zum schützenswerten Bestand von Schloss Favorite. Für den denkmalgerechten Umgang mit den Grünflächen wurde 1979 ein Parkpflegewerk erarbeitet. Das Ziel: den Bestand unter Berücksichtigung der historischen Gestalt zu sichern und zu pflegen. Schon mehrfach wurden die Lindenreihen vor dem Schloss erneuert. Haben sie die richtige Größe erreicht, werden sie zu sogenannten Berceaux – zu grünen Laubengängen – geschnitten.

TIPP

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