Markgräfin in Maskeraden Die Kostümbilder

Zur Zeit des Barock liebte man Maskenbälle – davon zeugen die Kostümbilder im zweiten Obergeschoss von Schloss Favorite. Die kleinen, aber feinen Gemälde präsentieren Markgräfin Sibylla Augusta, ihren Ehemann Ludwig Wilhelm und den jungen Prinzen in vielen exotisch anmutenden Verkleidungen.

Kostümbild der Markgräfin Sibylla Augusta als Magierin in Schloss Favorite Rastatt

Kostümbild der Markgräfin als Magierin.

Sibylla Augusta in Kostümen

Die 56 Bilder belegen, dass Kostümfeste auch am Hof der Markgrafen von Baden-Baden beliebt waren. Die Gastgeber konnten für kurze Zeit ihre Rolle als Regenten ablegen ‒ und andere Rollen einnehmen. Die Markgräfin verkleidete sich als Schäferin, Magierin, aber auch als Bacchantin und Afrikanerin. Beeindruckend ist die Vielfalt ihrer Kostüme: Sibylla Augusta trug Nationaltrachten, exotische und mythologische Verkleidungen. Auf den Kostümen erkennt man Details wie Perlen- oder Steinbesatz und fein gemusterte Stoffe.

Kostümbild des Markgrafen Ludwig Wilhelm als Osmane in Schloss Favorite Rastatt

Kostümbild des Markgrafen als Osmane.

Die markgräfliche Familie im Bild

Markgraf Ludwig Wilhelm tritt in den Kostümbildern zum Beispiel als merkwürdig gekleideter „Afrikaner“ auf oder – passend zu seinem Beinamen „Türkenlouis“ – als Osmane. Von einigen Maskeraden gibt es weibliche Entsprechungen. Der Prinz posiert als kleiner Jäger oder Harlekin. Vermutlich war es Ludwig Ivenet, der die Gouachen auf Pergament malte. Dies geschah wohl noch zu Lebzeiten Ludwig Wilhelms (1655–1707) und damit vor dem Bau von Schloss Favorite. Ein Großteil der Bilderrahmen ist mit Lackdekor bemalt.

Markgräfin Sibylla Augusta kostümiert als Bacchantin, Gärtnerin und Sklavin.

Ettlinger Schloss, chinesisches Fest, Kupferstich aus dem 18. Jahrhundert

Das chinesische Fest im Ettlinger Schloss.

Ein chinesisches Fest

Im Januar 1729 lud Sibylla Augusta zu einem chinesischen Fest ins Ettlinger Schloss. Der Augsburger Kunstverleger Johann Christian Leopold war so beeindruckt, dass er 23 Kupferstiche anfertigen ließ und im Vorwort schrieb: „Die Chinesisch und Japanische Kaijser würden selber in vergnügteste Entzückung gesetzet werden, wann sie in einem so weit entfernten teutschen Pallast ihrer Reiche vortrefflichste Seltenheiten so magnific und von einer so hohen Hand so nett rangiret und concentriret erblicken sollten“.

Mehr erfahren

Kunstwerke & Räume

Stilepochen

Arbeit & Vergnügen

Bitte wählen Sie maximal 5 Schlagwörter aus.

Auch interessant

Schon immer zeichnete sich Europa durch sein Interesse an der Welt und ihren Schätzen aus. Kenntnisse und Kostbarkeiten aus der Fremde erweiterten den Horizont und beeinflussten Kunst, Kultur und Wissenschaft. Die Themenwelt „Exotik“ zeigt das europäische Verlangen nach Exotik in seinem ganzen Facettenreichtum.

Exotik. Faszination & Fantasie