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Un « château de porcelaine » de rang européen

Château de la Favorite de Rastatt

Schloss Favorite Rastatt; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Ortsverwaltung Rastatt
Unter Dach und Fach

Orangerien für exotische Pflanzen

Wohin mit den exotischen Pflanzen, wenn der deutsche Winter kommt? Raus aus der Kälte, wenig gießen und beheizen: Um die kostbaren Pflanzen zu schützen und in den Wintermonaten zu versorgen, entstanden in Favorite Rastatt, Weikersheim oder Schwetzingen die sogenannten Orangerien.

Schloss Weikersheim, Orangerie; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Monika Menth

Ein Flügel der Weikersheimer Orangerie.

Ein warmes Haus im Lustgarten

Granatäpfel, Oleander, Myrten, Lorbeer, Zitronen und Orangen – für die mediterranen Pflanzen wurde es im Winter problematisch. Zunächst schützte man die eingepflanzten Gewächse an Ort und Stelle mit Holzverschlägen. Diese waren jedoch zu klein, zu dunkel und zu kalt, die Pflanzen überlebten nicht. Deshalb entstanden ab der Mitte des 17. Jahrhundert feste Gebäude, die bald in keinem barocken Lustgarten mehr fehlten. Im Sommer dienten sie als Festsäle für die Hofgesellschaft, ab dem Herbst der Überwinterung der Pflanzen.

Schloss Favorite Rastatt, Orangerie, Ofennische; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Nische für einen gusseisernen Ofen in der Favoriter Orangerie.

Zur Unterbringung und zur Anzucht nützlich

Die Erste Orangerie in Schloss Favorite entstand sogar noch, bevor das Schloss fertig gestellt worden war. 1718 wurde hier ein eiserner Ofen aufgestellt, „weil der Gärtner Rubbert gar viell schöne junge Orangerie zieht“. Die offenen Arkaden der Orangerie konnten in den Wintermonaten durch Bretterwände mit eingesetzten Glasscheiben geschlossen werden. Später kam die Zweite Orangerie hinzu: Die beiden langgestreckten niedrigen Gebäude scheinen das Schloss einzurahmen.

Schloss Schwetzingen, Ofen

Originaler Ofen in Schwetzingen, verziert mit dem Monogramm CT des Kurfürsten.

Heizen muss sein

Die Neue Orangerie in Schwetzingen, 171 Meter lang, ging im Winter 1762 in Betrieb. Die großen Fenster nach Süden konnten mit Klappläden gegen die Kälte verschlossen werden. Außerdem gab es 14 gusseiserne Öfen. Doch diese verbrauchten viel Brennholz und verursachten einen hohen Aufwand im Betrieb, vor allem bei strenger Kälte. Außerdem war die Wärmeverteilung im Raum nicht optimal. Andere Heizmöglichkeiten wurden daher entwickelt, beispielsweise die Kanalheizung – ähnlich wie die Hypokaustenheizung bei den Römern.

Kostbar präsentiert

Als Folge der fest gebauten Orangerien mussten die kostbaren Pflanzen mobil werden: Man pflanzte sie nicht mehr direkt in den Garten ein, sondern präsentierte sie im Sommer in Kübeln. Die Pflanzkübel selbst, als Teil der Präsentation, wurden immer kostbarer. In Schloss Favorite Rastatt haben sich verschiedene prächtige Pflanzkübel erhalten, aus bemalter Terrakotta und aus blau-weiß bemalter Delfter Fayence. Auch auf Pflanzenbildern sind immer wieder Kübel zu sehen, recht schlicht aus Holz in Favorite oder ganz prunkvoll aus Fayence wie im Rittersaal von Schloss Weikersheim.

Pflanzenkübel; Foto: Adi Bachinger
Pflanzenkübel; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Pflanzenkübel, Lambrisbild im Rittersaal von Schloss Weikersheim; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Pflanzkübel aller Arten: Terrakotta und Holz aus der Orangerie in Schloss Favorite oder Fayencen, gemalt in Weikersheim.

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