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Das „Porzellanschloss“ von europäischem Rang

Schloss Favorite Rastatt

Schloss Favorite Rastatt, Skulptur im Gartensaal; Foto: Staattliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, unbekannt
Ein Rückzugsort für die Markgräfin

Das barocke

Lustschloss

Schloss Favorite Rastatt wurde als Lustschloss für Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden erbaut. Viele Herrscher ließen sich im 18. Jahrhundert eine solche „Maison de plaisance“ errichten – als privater Ort zum Feiern. Die architektonischen Ideen dafür kamen aus Frankreich.

Jacques-François Blondel, um 1760; Foto: Wikipedia gemeinfrei

Von Blondel stammt das Werk über Lustschlösser.

Charmantes Ausflugsziel

Das Hofzeremoniell und die repräsentativen Pflichten des Herrschers spielten in der Residenz eine große Rolle. Das Lustschloss bot dagegen Privatheit und eine gewisse Freiheit: Hierhin konnte sich ein Herrscher, abseits seiner offiziellen Residenz, zurückziehen. Das Hofzeremoniell war gelockert und oft war nur ein ausgewählter Kreis als Gäste geladen. Ein fürstliches Lustschloss war nicht ständig bewohnt, sondern wurde von der Residenz aus als Ausflugsziel besucht. Meist gab es im Sommer kleinere Feste und Diners, Konzerte oder Jagden.

Vorbilder aus Frankreich

Lustschlösser zeichneten sich durch eine besonders reichhaltige Ausstattung aus. Zugleich wurden die einzelnen Räume intimer und bequemer. Wie so vieles im 18. Jahrhundert wurde die Bauform der eleganten „Maison de plaisance“ in Frankreich entwickelt. Das Architekturtraktat des französischen Architekten Jacques-François Blondel (1705–1774), ein lehrhaftes Standardwerk über die französische Architektur, lieferte die Vorlagen. Blondel gilt als einer der bedeutendsten Architekturlehrer Frankreichs, der seine Ideen an der von ihm gegründeten Architekturschule École des Arts weitergab. Zu seinen Schülern zählten Philippe de La Guêpière, Pierre Michel d’Ixnard und Nicolas de Pigage, die später die Architekturlandschaft im deutschen Südwesten wesentlich prägten.

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Schloss Solitude; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Norbert Stadler
Schloss Favorite Ludwigsburg; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Norbert Stadler

Lustschlösser im deutschen Südwesten: Schloss Favorite in Rastatt, Schloss Solitude bei Stuttgart und Schloss Favorite in Ludwigsburg.

Planungsentwurf Schloss Favorite Rastatt; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württembergs, Arnim Weicher

Der Entwurf des Hofbaumeisters Johann Michael Ludwig Rohrer für Schloss Favorite.

Ein Lustschloss in Rastatt

Schloss Favorite wurde von 1710 bis 1730 von Johann Michael Ludwig Rohrer erbaut. Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden war die Bauherrin dieses Projekts. In enger Zusammenarbeit mit ihrem Hofbaumeister brachte sie viele eigene Ideen ein. Das Schloss enthielt nicht nur den Gartensaal für Festivitäten und Appartements in der Beletage für sich und ihren Sohn. Fast genauso wichtig war der Markgräfin die Möglichkeit, ihre kostbaren Sammlungen – beispielsweise im Spiegelkabinett – zu präsentieren.

Das „Porzellanschloss“ von europäischem Rang

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