Das Gemälde „Die Teetrinker“ in Schloss Favorite Rastatt

Heißgetränke im Barock

Das Gemälde „Die Teetrinker“

Im Spitzenzimmer, dem blauen Privatzimmer Sibylla Augustas, hängen vier Gemälde. Eines von ihnen weist auf ein Getränk, das zur Zeit des Barock heiß begehrt war – im wahrsten Sinne des Wortes: Tee!

Koppchen, Porzellan, China, 17. Jahrhundert in Schloss Favorite

Koppchen, Porzellan, China, 17. Jahrhundert.

Symbol der fünf Sinne

Das Gemälde ist Teil einer Serie von vier Bildern. Sie symbolisieren die fünf Sinne – Sehsinn, Geruchssinn, Tastsinn, Gehör, und – dargestellt durch die beiden Teetrinker – den Geschmackssinn. Entstanden sind die Bilder in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, durch die Hand des kurpfälzischen Hofmalers Johann Philipp van der Schlichten.

Modegetränke zur Zeit des Barock

Tee aus China, Schokolade aus Südamerika und Kaffee aus dem Orient – das waren die drei neuen Heißgetränke, die zur Zeit des Barock in Mode kamen. Seit dem frühen 17. Jahrhundert wurde der Tee zunächst durch holländische, später durch englische Händler nach Europa eingeführt und verbreitete sich rasch. Schwarzen Tee bevorzugte man gegenüber grünem.         

Ausschnitt aus Gemälde „Die Teetrinker“ in Schloss Favorite Rastatt

Gemeinsamer Teegenuss.

Tee trinken im 18. Jahrhundert

Das Gemälde einer jungen Frau und eines Jungen in höfischer Kleidung zeigt, wie man sich das Teetrinken im 18. Jahrhundert vorstellen muss. Zum Abkühlen goss man den Tee aus der henkellosen Trinkschale, dem Koppchen, in die Unterschale und trank daraus. Zucker oder auch Milch gab man nach Belieben hinzu. Neben der Teekanne aus Metall, wie man sie üblicherweise benutzte, ist auf dem Bild eine Kaffeekanne aus Porzellan zu sehen.

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