Die Herdstelle in der Schauküche von Schloss Favorite Rastatt

Herdstelle ohne Feuer

Die Schauküche

Der Wunsch nach Repräsentation bestimmte das ganze Schloss – und machte auch vor den schlichten Räumen im Erdgeschoss nicht halt. Die Schauküche war daher, wie der Name schon sagt, nur „Schau“. Sie ist eine der wenigen Räume dieser Art, die sich erhalten haben.

Die Schauküche von Schloss Favorite Rastatt

Die Schauküche.

Symbol für die gute Hausfrau

Dampfende Töpfe, Feuer und Ruß gab es hier nie. In der Schauküche wurde nicht gekocht, sondern gezeigt, was die stolze Hausherrin besaß. Trotz Köchen und Bediensteten – auch eine Herrscherin sollte als „Hausmutter“ gute Kenntnisse in Ernährung, Hygiene und Haushaltsführung besitzen. Blitzendes Kupfergeschirr und ein vielfältiges, sorgsam aufgereihtes Sortiment an Geschirr dienten dazu, Tugenden wie Sauberkeit, Ordnung und Fleiß zu verkörpern.  

Geschirr in der Schauküche

In der Schauküche sind Fayencen aus bedeutenden Produktionsstätten zu sehen. Die umfangreichen Serien geben einen guten Eindruck von der Vielfalt unterschiedlicher Geschirrformen. Aus der Fayencemanufaktur in Hanau sind zahlreiche Teller und Platten, Pastetenschüsseln, Rahmtöpfe und Krüge erhalten. Kleine sternförmige Platten sowie Obelisken und Zwergenfiguren – Schmuck für festliche Tafeln – kamen aus der Manufaktur Ansbach.

Krüge in der Schauküche von Schloss Favorite Rastatt
Kasserollen (Schmortöpfe) in der Schauküche von Schloss Favorite Rastatt
Schauregal in der Schauküche von Schloss Favorite Rastatt

Zur Begutachtung aufgereiht: Krüge, Töpfe, Teller.

Präsentation von Keramik

Auch das „Kuchelgewölb“ – so bezeichnete man damals die an die Schauküche angrenzenden Räume – diente der Präsentation von Fayencen und Steingut. So führte Sibylla Augusta ihre Gäste nicht nur in der Beletage, sondern auch in den Räumen des Erdgeschosses herum. Heute wird hier die Fayence-Sammlung präsentiert.

Achten Sie im heutigen Eingangsbereich des Schlosses auf die zweite Herdstelle. Dort befand sich die Nutzküche, hier wurde tatsächlich gekocht!

Versenden
Drucken